Förderprogramme für Ausbildungsplätze

 

Ausbildungsprogramm NRW

Ausbildung ist für Betriebe ein wichtiger Faktor, um sich qualifizierten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Gleichzeitig ist sie die Grundvoraussetzung für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist jedoch durch große regionale Unterschiede geprägt. Während in einigen Städten und Kreisen ein Überangebot an Ausbildungsstellen herrscht, liegt das Angebot in anderen Teilen des Landes deutlich unter der Ausbildungsplatznachfrage. Insbesondere für Jugendliche mit eingeschränkten Ausbildungsmarktperspektiven ist es dort schwerer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Deshalb fördert das Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche in Gebieten mit einer ungünstigen Ausbildungsmarktlage.


Was wird gefördert?
Betriebe, die zusätzliche Ausbildungsplätze einrichten, erhalten in den ersten 24 Monaten ab Programm start einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung in Höhe von 325 Euro im Monat bzw. 190 Euro bei verringerter Ausbildungsvergütung für Teilzeitausbildungen. Um Betriebe und Jugendliche bei der Zusammenführung und während der Anfangsphase der Ausbildung zu unterstützen, finanziert das Land zusätzlich eine begleitende Unterstützung durch einen zertifizierten Bildungsträger in den ersten Monaten der Ausbildung.

Welche Vorteile hat das Programm für Unternehmen?

  • Durch zusätzliche Ausbildungsplätze wird der notwendige Fachkräftenachwuchs im eigenen Betrieb gesichert.
  • Betriebe, die bisher nicht ausgebildet haben, können leichter in die Ausbildung einsteigen.
  • Betriebe werden während der Programmlaufzeit von einem zertifizierten Bildungsträger begleitet.

Was sind die Voraussetzungen?

  • Die Ausbildungsplätze müssen zusätzlich sein (entsprechend der Definition des MAGS NRW).
  • Die beteiligten Betriebe müssen ausbildungsberechtigt sein.

Wie ist der Ablauf?

  • Zertifizierte, zum Programm zugelassene Bildungsträger gewinnen interessierte Ausbildungsbetriebe. Im Kreis Euskirchen ist das Berufsbildungszentrum Euskirchen (BZE) zertifizierter Bildungsträger.
  • Die Berufsberatungen der regionalen Agenturen für Arbeit und Jobcenter identifizieren potenzielle Teilnehmer*innen, die den Bildungsträgern dann vorgeschlagen werden.
  • Der Betrieb schließt einen regulären betrieblichen Ausbildungsvertrag mit den Jugendlichen ab.
  • Regionale Bildungsträger erhalten den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung und leiten ihn an den Ausbildungsbetrieb weiter.
  • Ausbildungsverträge, die bis zum 31.01. des Folgejahres geschlossen werden, können im Rahmen des Programms gefördert werden.


Weitere Informationen zum Ausbildungsprogamm NRW 2021 finden Sie hier.

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen einen zusätzlichen Ausbildungsplatz besetzen möchten oder sich vorstellen können, für das Ausbildungsjahr 2021/2022 noch einen zusätzlichen Ausbildungsplatz im Rahmen dieses geförderten Programms zur Verfügung zu stellen, wenden Sie sich gerne an das Berufsbildungszentrum Euskirchen (BZE):

Ramona Esser
Telefon: 02251/ 149 237
E-Mail: resser@bze-euskirchen.de

Sarah Pützer
Telefon: 02251/ 149 195
E-Mail: spuetzer@bze-euskirchen.de

Weitere Informationen finden Sie hier.


 

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 30. April 2021 die neugefasste Zweite Förderrichtlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ veröffentlicht. Das Programm hilft Unternehmen, die in der aktuellen Situation wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, bei der Ausbildung. Damit setzt die Bundesregierung ein wichtiges Signal, dass sie die weiterhin bestehenden Herausforderungen für die betriebliche Berufsausbildung sehr ernst nimmt und in ihren Unterstützungsbemühungen auch für das kommende Ausbildungsjahr nicht nachlässt.

Die Bundesregierung hat jetzt den mit dem Bundesprogramm gespannten Schutzschirm für Auszubildende länger aufspannt und verbreitert. Das Programm nimmt jetzt auch das Ausbildungsjahr 2021/2022 in den Blick, um die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise zu verringern und den Ausbildungsmarkt weiter zu stärken. Außerdem wird das Programm einem größeren Kreis von Betrieben zugänglich gemacht.

Erhöhung der Prämien für die Neueinstellung oder die Übernahme von Auszubildenden, Ausweitung der Förderung zur Vermeidung von Kurzarbeit

Durch die Weiterentwicklung des Programms können Unternehmen zukünftig mehr Geld bekommen. So wird die bisherige Ausbildungsprämie für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau halten, für das nächste Ausbildungsjahr von 2.000 Euro auf 4.000 Euro erhöht. Die Ausbildungsprämie plus für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau steigern, erhöht sich für das nächste Ausbildungsjahr von 3.000 Euro auf 6.000 Euro. Darüber hinaus wurde der Anreiz, Auszubildende und ihre Ausbilder trotz Kurzarbeit im Betrieb zu halten, verbessert. Neben dem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gibt es nun auch einen Zuschuss zur Ausbildervergütung.

Außerdem wurde ein Lockdown-II-Sonderzuschuss (in Höhe von 1.000 Euro) für ausbildende Kleinstunternehmen eingeführt, wenn der Ausbildungsbetrieb im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants) wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt hat. Für den Fall, dass ein Ausbildungsplatz wegen Insolvenz des Betriebes verlorengeht, wurden auch Verbesserungen bei den Übernahmeprämien vollzogen; die Förderhöhe verdoppelt sich auf 6.000 Euro. Gefördert wird jetzt auch die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt beendet wird.

Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen können diese Unterstützungen bei den örtlichen Arbeitsagenturen beantragen. Alle Informationen rund um die Antragstellung finden Sie hier.

Förderung von pandemiebedingter Auftrags- und Verbundausbildung und Zuschüsse zu Prüfungsvorbereitungslehrgängen

In der Zweiten Förderrichtlinie des Bundesbildungsministeriums, wurden Verbesserungen bei der Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung und eine neue Förderung von Prüfungsvorbereitungslehrgängen eingeführt. Die Fördervoraussetzungen wurden flexibilisiert, die Förderbeträge laufzeitabhängig gestaffelt und erhöht und die Förderung wurde einem größeren Kreis an Unternehmen zugänglich gemacht. So ist nun auch die Förderung des Auszubildende zeitweise abgebenden Stammausbildungsbetriebes möglich.

Zur Unterstützung einer oder mehrerer aufgrund der Pandemiebelastung des Ausbildungsbetriebs kurzfristig notwendigen Auftrags- oder Verbundausbildungen wird ein Zuschuss in Höhe von 450 Euro pro Woche, maximal 8.100 Euro gewährt. Antragsberechtigt ist entweder der Ausbildungsbetrieb mit bis zu 499 Mitarbeitenden oder – unabhängig von der Größe - der aufnehmende Betrieb oder ein Bildungsträger bspw. eine überbetriebliche Berufsbildungsstätte. Die Mindestdauer der förderfähigen Auftrags- und Verbundausbildung beträgt nur noch vier Wochen. Eine wiederholte Förderung bis zum Höchstbetrag ist möglich.

Auftrags- und Verbundausbildung bietet sich immer dort an, wo z.B. aufgrund von Kurzarbeit oder infolge der durch das Infektionsgeschehen bedingten zeitlich befristeten Betriebsschließungen die notwendigen Voraussetzungen fehlen, um alle Lehrinhalte abzudecken. In diesen Fällen kann ein Bildungsträger oder ein anderes Unternehmen je nach Vereinbarung einen oder mehrere Teile der Ausbildung übernehmen.

Um Auszubildende noch stärker bei dem erfolgreichen Abschluss ihrer Berufsausbildung unter die Arme zu greifen, werden im Jahr 2021 außerdem besonders pandemie-betroffene Betriebe mit Zuschüssen zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge unterstützt werden, wenn sie ihren Auszubildenden Plätze in solchen - auch digitalen - Lehrgängen zur Verfügung stellen. Dafür können Ausbildungsbetriebe je Auszubildender/n einmalig 50 Prozent der Kosten für einen Vorbereitungslehrgang erhalten, maximal jedoch 500 Euro.

Die Förderungen im Rahmen der Zweiten Förderrichtlinie können bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See beantragt werden. Alle Informationen rund um die Antragstellung finden Sie auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See unter www.kbs.de/bpa.