Wirtschaftsförderung im Kreis Euskirchen

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Das Wirtschafts- und Strukturprogramm 1.0 - Leitfaden für neue Fördermittel in der Region

Die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung hat mit ihrem Abschlussbericht im Januar 2019 den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis spätestens zum Jahr 2038 festgelegt. Die gesetzlichen Grundlagen hierzu befinden sich derzeit im Abstimmungs- und Gesetzgebungsverfahren und werden voraussichtlich im Herbst 2020 verabschiedet. Die Voraussetzungen und Erwartungen in den einzelnen Braunkohleregionen sind durchaus sehr unterschiedlich.

Welche Zukunftsfelder und konkreten Strategien können das Rheinische Revier im Strukturwandelprozess positiv prägen und unterstützen?

Um diese Frage zu beantworten, wurde durch die Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) das regionale Wirtschafts- und Strukturprogramm 1.0 (WSP) erarbeitet. Dazu wurden die folgenden Revierknoten mit einem jeweiligen Revierknotenvorsitzenden gebildet:

  • Revierknoten Energie – Herr Dr. Andreas Ziolek
  • Revierknoten Industrie – Herr Dr. Ron Brinitzer
  • Revierknoten Raum – Frau Prof. Christa Reicher
  • Revierknoten Infrastruktur und Mobilität – Herr Dirk Brügge
  • Revierknoten Ressourcen und Agrobusiness – Herr Jens Bröker
  • Revierknoten Innovation und Bildung – Frau Prof. Dr. Christiane Vaeßen
  • Revierknoten Internationale Bau- und Technologieausstellung (IBTA) – Herr Dr. Reimar Molitor

Die Revierknoten erarbeiteten ihre Textbeiträge zum WSP innerhalb weniger Wochen unter Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit in verschiedenen Workshops im vergangenen Herbst. Anfang Dezember 2019 wurde die erste Version des WSP 1.0 an Herrn Minister Pinkwart übergeben. Das WSP schafft einen konkreten inhaltlichen Leitfaden für die von Bund- und Landesregierung in Aussicht gestellten Fördermittel zur Entwicklung des Rheinischen Reviers, dem auch der Kreis Euskirchen vollständig angehört.

In den Zukunftsfeldern des WSP  werden bereits jetzt große Kompetenzen im Rheinischen Revier gesehen, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden sollen, um die Region nachhaltig positiv zu gestalten:

Das Zukunftsfeld Energie und Industrie steht vor großen Herausforderungen durch den beschlossenen Kohleausstieg, zumal die Region stark von der Energiewirtschaft und den energieintensiven Unternehmen geprägt ist. Hier muss eine nachhaltige Transformation zu neuen Wertschöpfungsketten erfolgen, welche auch die nötigen Klimaschutzaspekte nicht vernachlässigt. Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist Grundlage für (internationale) Wettbewerbsfähigkeit. Bei der Weiterentwicklung von technischen und wirtschaftlichen Lösungen sollen dabei nicht nur Großunternehmen, sondern insbesondere auch die klein- und mittelständischen Unternehmen im Fokus stehen.

Die Erkenntnisse des Zukunftsfeldes Ressource und Agrobusiness beruhen auf einer wissensbasierten Bioökonomie. Dabei werden ökonomische, ökologische und soziale Aspekte betrachtet, um einen ganzheitlichen Blick auf den Strukturwandelprozess zu erhalten. Wichtigstes Ziel ist, eine Form des Wirtschaftens auf dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Beispielhaft sei hier das Thema nachhaltiges Bauen genannt, welches auch dazu beitragen kann, den recyclinggerechten Rückbau von Kraftwerken voranzutreiben.

Das Zukunftsfeld Innovation und Bildung ist von zentraler Bedeutung für einen gelingenden Strukturwandelprozess, da viele Aspekte auch in die anderen Zukunftsfelder ausstrahlen. Stärkung des Wissens- und Technologietransfers sowie eine effektive Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse sind Schlüsselfaktoren für eine wettbewerbsfähige Unternehmenslandschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema „Lebenslanges Lernen“ sowie den Querschnittsthemen Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Durch die bevorstehende Schließung der Kraftwerke und die Befüllung der Tagebaue mit Grundwasser wird sich das Bild des Rheinischen Reviers wandeln. Für das Zukunftsfeld Raum und Infrastruktur liegt darin eine große Chance, den Raum und die Infrastruktur so zu gestalten, dass er den unterschiedlichen Bedarfen für Gewerbe, Industrie, Freizeit, Wohnen und Verkehr gerecht wird.

Die Internationale Bau- und Technologieausstellung (IBTA) soll eine Klammer um die genannten Zukunftsfelder setzen und im Rahmen einer internationalen Ausstellung ausgewählte, hochambitionierte Next-Practice-Projekte entwickeln und präsentieren. Die Entscheidung über Ausruf und Durchführung der IBTA ist für das Jahr 2022 geplant.

Das erarbeitete WSP ist nicht fix, sondern soll laufend überarbeitet und aktualisiert werden. Momentan läuft dazu ein paralleles Verfahren zur Einbindung der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange in die Weiterentwicklung des Programms. Die sich daraus ergebenden Vorstellungen und Ideen sollen in die neue Version des WSP 1.1 einfließen, deren Veröffentlichung auf der Revierkonferenz der ZRR im Sommer 2021 geplant ist.

Die aktuelle Version des WSP 1.0 ist für alle Interessierten einsehbar und steht über folgenden Link zum Download bereit:

https://www.rheinisches-revier.de/media/wsp_1-0_web.pdf

Ihre Kontaktperson bei der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen

Melanie Wiesen

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