Wirtschaftliches Entwicklungskonzept

Seit April 2017 richten sich die Maßnahmen der Wirtschaftsförderung im Kreis Euskirchen nach dem Wirtschaftlichen Entwicklungskonzept 2025 (WEK 2025) aus.

Die neue strategische Ausrichtung sieht – aufbauend auf den bereits vorhandenen Produkten der Wirtschaftsförderung - eine Fokussierung der wirtschaftsfördernden Aktivitäten auf fünf Handlungsfelder und drei Hauptthemen vor.

Umweltwirtschaft

Die Verknüpfung von Umwelt- und Klimaschutz mit wirtschaftspolitischen Anliegen lässt sich nicht nur bei der aktuellen Energiewende beobachten. Der Klimawandel führt zur Entstehung neuer Branchen und Märkte. Die Umweltwirtschaft und der Markt für Umweltschutzgüter sind die besten Beispiele dafür.

Angesichts der prioritären Stellung der Umweltwirtschaft als wirtschafts- und umweltpolitisches Thema auf Landesebene sowie der vorhandenen Potenziale in der Region gilt es, das Thema nachhaltiges Wirtschaften bei der Entwicklung künftiger Maßnahmen intensiver zu berücksichtigen.

Digitaler Wandel als Megatrend

Die Digitalisierung ermöglicht der Wirtschaft Innovationen von weitreichender Bedeutung: effizientere und ressourcenschonende Herstellungsverfahren, neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen oder eine engere Kundenbindung durch gezieltere Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen.

Auch die Zukunft der Arbeit und der Erwerbstätigkeit hängt eng mit der Digitalisierung der Wirtschaft zusammen. Unzählige Aufgaben werden bereits von Maschinen erledigt, zukünftig werden immer mehr Berufsgruppen und Tätigkeiten von der Automatisierung erfasst. Neue Berufe und neue Qualifikations- und Anforderungsprofile an Mitarbeiter werden entstehen.

Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung nimmt ihre Komplexität zu. Politik und Wirtschaft sind gefragt, die richtigen Weichen für die digitale Transformation der Wirtschaft zu stellen.

Demografischer Wandel

Ungeachtet der Zuwanderungswelle der letzten Jahre setzt sich der demografische Wandel in Deutschland fort. Der demografische Effekt aus einer nicht bestandserhaltenden Geburtenrate sowie einer steigenden Lebenserwartung wirkt sich auf die Altersstruktur der Bevölkerung aus. Die Heterogenität der sozio-ökonomischen Merkmale der Gesellschaft, wie Alter und Herkunft, Bildung und Qualifizierung oder Beschäftigungsverhältnis, nimmt weiter zu. Wesentlicher im Hinblick auf den Arbeitsmarkt des Kreises Euskirchen ist die Erwartung, dass die Besetzung der jungen und mittleren Altersklassen stark schrumpfen wird.

Die aktuellen demografischen Entwicklungen machen im Kreis Euskirchen eine aktivierende qualifikations- und arbeitsmarktbezogene Strategie notwendig. Im Rahmen der Demografie-Initiative wird es auch in den nächsten Jahren erforderlich sein, in Zusammenarbeit mit unseren Partnern Maßnahmen zum Erhalt eines attraktiven Lebens- und gewerblichen Umfeldes im Kreis fortzusetzten.

Handlungsfeld: Unternehmensgründungen „Neue Gründerzeit“

Der Kreis Euskirchen wies in den letzten Jahren einen überdurchschnittlichen Anteil von Selbstständigen und eine hohe Gründungsintensität im regionalen Vergleich auf. Durch eine neue Gründungsoffensive werden die vorhandenen Potenziale in diesem Bereich gezielter gefördert.

Handlungsfeld: Humanpotenzial der Region

Sehr gut qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liefern eine geeignete Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels, als auch den Treibstoff für die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Ziel der Wirtschaftsförderung ist es, durch eine arbeitsweltbezogene Qualifizierungsoffensive das vorhandene Humanpotenzial weiter zu stärken.

Handlungsfeld: Technologietransfer und Netzwerkarbeit

Die Wirtschaftsförderung ist wie keine andere Institution in der Lage, die Interaktion zwischen Unternehmen, Verbände, Wissenseinrichtungen und der Politik sicherzustellen und zur Förderung des Technologietransfers beizutragen. Die Innovationsförderung sowie die Professionalisierung der vorhandenen Netzwerkangebote gehören zu den Prioritäten der Wirtschaftsförderung im Kreis.

Handlungsfeld: Strukturentwicklung

Bis 2025 werden sich in Deutschland die Disparitäten zwischen den urbanen Agglomerationsräumen auf der einen Seite und den ländlich-peripheren Regionen auf der anderen Seite weiter vertiefen. Für die Wirtschaftsförderung des Kreises gilt es, durch moderne Basisinfrastrukturen die Attraktivität des Standortes zu erhöhen.

Handlungsfeld: Standortmarketing

Der Wirtschaftsstandort Kreis Euskirchen befindet sich seit mehreren Jahren in einem Prozess der Markenbildung. Das Corporate Design, der Internetauftritt, die Facebook-Seite sowie der Newsletter sind hinzugewonnene Kommunikationsinstrumente, die künftig intensiver eingesetzt werden. Gleichzeitig gilt es, in Zusammenarbeit mit Akteuren am Standort eine Schärfung des Wirtschaftsprofils des Kreises anzustreben.

Themenschwerpunkte des WEK 2025

Die Themenschwerpunkte der Strategie sind die Digitalisierung, der demografische Wandel sowie die Umweltwirtschaft. Im Laufe der nächsten Jahre werden diese mit den Handlungsfeldern des Konzeptes und ihren Maßnahmen aktiv verknüpft.