Das 21. Jahrhundert - das Jahrhundert des Holzes?

Steinzeit, Bronzezeit, Betonzeit und … Holzzeit! Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert des Holzes, prophezeit Prof. Hermann Blumer, ein internationaler Experte im Holzbau und Referent unserer Veranstaltung zur Digitalisierung und Robotik in der Holzbranche vom 21. März 2018 im Holzkompetenzzentrum Rheinland in Nettersheim.

Der Schweizer Experte ist davon überzeugt, dass Roboter uns neue Holzwelten ermöglichen werden und dass die Digitalisierung zu großen Veränderungen in der Holzbranche führen kann. „Neue Werkzeuge können in einer Branche zu großen Veränderungen führen. Die Digitalisierung betrachte ich als Kopfwerkzeug“, erklärte Prof. Blumer.

Ihm zufolge wird die Robotik Kostensenkungen, Präzision, mehr Individualität und neue Produkte im Holzbau ermöglichen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung überzeugten sich davon während der Präsentation des belgischen Unternehmens Mobic SA/ Imax Pro. Das Unternehmen realisiert alle Arten von Holzrahmenkonstruktionen und entwickelt Anlagen und Einrichtungen für die Industrialisierung im Bereich des Holzbaus.

Der Referent, Jerôme Schumacher, referierte ausführlich über den Einsatz von zwei Roboterlinien in seinem Unternehmen, das seit 1988 in die Integration von Robotern bei der Herstellung von Gebäuden im Holzständerbau spezialisiert ist. Ihm zufolge führte die erste robotisierte Herstellungslinie zu einer Automatisierung der mühsamen und sich wiederholenden Arbeitsschritte in der Produktion. Die Roboter dieser Herstellungslinie werden vielfältig eingesetzt, von der Ausrichtung vom Holzständerrahmen bis zum Einblasen der Zellulose.

Die zweite Roboterlinie ermöglicht den automatisierten Einsatz eines noch größeren Spektrums an Werkzeugen. Dazu zählen beispielsweise Scanner, Bohrer, Schweizer Messer oder pneumatische Nagelgeräte mit großer Kapazität.

Der dritte Referent der Veranstaltung, Jan Nicolai Hennemann, stellte das Leistungsspektrum des Kompetenznetzwerks Umweltwirtschaft.NRW vor. Prioritäre Ziele des Netzwerks sind, über Innovationsförderung, internationale Märkte, Netzwerkaufbau sowie Kommunikation, die Teilmärkte der Umweltwirtschaft zu stärken und nach außen sichtbar zu machen. Zusammen mit dem Technologiescout des Kreises Euskirchen, Michael Franssen, ermutigte er die anwesenden Veranstaltungsgäste, die Plattform zu nutzen und ihr Netzwerk auszubauen.

„Die Entwicklung schreitet voran, wir können sie nicht aufhalten, dafür aber beeinflussen“, so Michael Franssen. Eines seiner Anliegen ist es, Unternehmen zusammen zu bringen, um Kompetenzen zusammenzulegen. Die neuen Technologien ermöglichen schließlich mehr Serviceleistung, die durch die Kooperation unterschiedlicher Kompetenzträger entstehen kann.

Die anschließende Diskussion mit dem Publikum drehte sich um die Zukunft der Holzunternehmen und des Tätigkeitsspektrums in diesem Bereich. Stirbt der Beruf des Tischlers aus? Führt die Automatisierung zu einem Wegfall der Arbeitsplätze? Welche Kompetenzen brauchen künftig die Fachkräfte aus dieser Branche? Welche Verschiebungen finden aktuell in der Struktur der Holzunternehmen statt?

Geeignete Antworten auf diese Fragen lassen sich im intensiven Austausch zwischen Unternehmen, Forschung, Verbänden und Wirtschaftsförderung finden.

Die Wirtschaftsförderung des Kreises unterstützt Sie als Ansprechpartnerin bei Ihren Anliegen. Bei Fragen und Anregungen für mögliche Kooperationen zwischen Ihnen und uns: Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Ihr Ansprechpartner:

Michael Franssen
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